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Rohprotein, Rohfett, Rohasche: Analytische Bestandteile erklärt

Rohprotein 24 Prozent, Rohasche 6,5 Prozent: Diese Zahlen stehen auf jedem Futtersack, doch kaum jemand weiß, was sie bedeuten. Dabei steckt hinter den analytischen Bestandteilen ein einfaches System. Wir erklären dir die fünf Pflichtwerte und zeigen, warum Trocken- und Nassfutter nie direkt vergleichbar sind.

Fünf Pflichtwerte auf jedem Etikett

Egal ob Trockenfutter, Nassfutter oder Leckerli: Das europäische Futtermittelrecht schreibt vor, dass auf jeder Verpackung die analytischen Bestandteile stehen. Dazu gehören Rohprotein, also der gesamte Eiweißgehalt, Rohfett, Rohfaser als Summe der schwer verdaulichen Pflanzenfasern und Rohasche. Liegt der Wassergehalt über 14 Prozent, muss zusätzlich die Feuchtigkeit angegeben werden, was praktisch jedes Nassfutter betrifft. Das Wort roh hat dabei nichts mit rohen Zutaten zu tun. Es stammt aus der Laborsprache und bedeutet, dass jeweils eine ganze Stoffgruppe gemessen wird, nicht ein einzelner Nährstoff. Die Werte sind also grobe Sammelgrößen und der erste Schritt, um ein Futter sachlich einzuordnen.

Rohasche: kein Abfall, sondern Mineralstoffe

Der Begriff Rohasche sorgt regelmäßig für Stirnrunzeln, klingt er doch nach Verbrennungsrückstand oder Füllstoff. Tatsächlich beschreibt er nur das Messverfahren: Im Labor wird eine Futterprobe bei rund 550 Grad verascht. Was übrig bleibt, sind die Mineralstoffe, etwa Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium und Spurenelemente. In deinem Futter steckt also keine Asche, sondern der Wert zeigt dessen gesamten Mineralstoffgehalt. Bei Trockenfutter sind Werte zwischen etwa fünf und acht Prozent üblich. Ein deutlich höherer Wert kann auf einen größeren Anteil an Knochen im Futter hinweisen, ist für sich allein aber weder gut noch schlecht, sondern schlicht eine Information über die Rezeptur.

Trockenmasse: So vergleichst du Nass- und Trockenfutter fair

Ein Nassfutter mit 10 Prozent Rohprotein wirkt neben einem Trockenfutter mit 26 Prozent auf den ersten Blick mager. Der Vergleich hinkt aber, weil Nassfutter zu 70 bis 80 Prozent aus Wasser besteht, Trockenfutter nur zu rund 10 Prozent. Aussagekräftig wird es erst, wenn du das Wasser herausrechnest. Die Faustformel: Analysewert geteilt durch die Trockenmasse, also 100 minus Feuchtigkeit, mal 100. Aus 10 Prozent Rohprotein bei 80 Prozent Feuchtigkeit werden so 50 Prozent in der Trockenmasse, deutlich mehr als bei vielen Trockenfuttern. Erst auf dieser Basis lassen sich zwei Produkte ehrlich nebeneinanderlegen.

Was die Zahlen dir sagen und was nicht

Die analytischen Bestandteile verraten dir Mengen, aber keine Herkunft. Ob 26 Prozent Rohprotein aus Muskelfleisch, Innereien oder pflanzlichen Quellen stammen, steht nicht in der Analyse, sondern in der Zusammensetzung, also der Zutatenliste. Lies deshalb immer beides gemeinsam. Für die tägliche Menge ist die Fütterungsempfehlung des Herstellers der verlässliche Ausgangspunkt; sie berücksichtigt Gewicht und oft auch Aktivität deines Tieres. Wenn du unsicher bist oder dein Tier gesundheitliche Probleme hat, sprich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt. In unserem Korb bei Amicorba findest du zu jedem Produkt die vollständigen Analysewerte, damit du in Ruhe vergleichen kannst.

Häufige Fragen

Was bedeutet Rohasche im Hunde- oder Katzenfutter?

Rohasche ist der gesamte Mineralstoffanteil eines Futters, also Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium und Spurenelemente. Der Name kommt vom Laborverfahren, bei dem die Probe verascht wird und nur die Mineralstoffe übrig bleiben. Im Futter selbst steckt keine Asche.

Ist mehr Rohprotein automatisch besser?

Nein. Der Wert zeigt nur die gesamte Eiweißmenge, nicht deren Quelle oder Qualität. Woher das Protein stammt, verrät erst die Zusammensetzung, also die Zutatenliste auf dem Etikett.

Wie vergleiche ich Nassfutter mit Trockenfutter?

Rechne die Werte auf die Trockenmasse um: Analysewert geteilt durch 100 minus Feuchtigkeit, mal 100. So werden aus 10 Prozent Rohprotein im Nassfutter mit 80 Prozent Feuchtigkeit 50 Prozent in der Trockenmasse, und erst dieser Wert ist mit Trockenfutter vergleichbar.

Warum heißt es roh bei Rohprotein und Rohfett?

Das Wort roh bezieht sich auf die Analysemethode im Labor, nicht auf rohe Zutaten. Gemessen wird jeweils eine komplette Stoffgruppe, etwa alles Eiweiß oder alles Fett in der Probe.

Stand: 2026-08-30. Dieser Text erklärt Kennzeichnung und übliche Fütterungspraxis — er ist keine tierärztliche Beratung. Wenn dein Tier gesundheitliche Probleme hat, sprich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.